Banner am historischen Hafen: „Koloniales Flensburg im 18./19. Jahrhundert“

Seit Anfang April 2026 hängt am Absperrgerüst der zu sanierenden Hafenkante ein Banner mit dem Titel „Koloniales Flensburg im 18/19. Jahrhundert“. Dargestellt werden darauf sechs historische Ereignisse, die die Rolle Flensburgs im dänischen Kolonialismus erklären und die wirtschaftlichen Interessen und brutalen Folgen der transatlantischen Verbindung Flensburger Händler, Reeder und Seeleute mit der westafrikanischen Küste und der Karibik benennen. 

Die Texte wurden von Mitgliedern des Netzwerks Flensburg Postkolonial und der Initiative Postkolonialer Stadtrundgang Flensburg formuliert – in deutscher und dänischer Sprache – und mit Bildern aus dem Archiv des Flensburger Schifffahrtsmuseums ergänzt. Initiiert und produziert wurde das Banner zum Kolonialismus von der Stadtverwaltung Flensburg und großformatig in einer Reihe von Bannern mit historischen Stadtansichten an der Straße Schiffbrücke platziert, die noch bis Ende des Jahres zu sehen sein werden. 

Mit dem Banner soll im öffentlichen Raum erinnert werden an die Beteiligung Flensburgs an kolonialer Ausbeutung sowie die Erzählungen von der „Westindienfahrt“ und vom Zucker- und Rumhandel an anderen Orten der Stadt ergänzt werden. Der Untertitel „Plantagenarbeit, Transatlantikhandel und deren Nachwirkungen“ betont neben der historischen Ausbeutung von Menschen, Rohstoffen und Landschaften in der Karibik auch die gegenwärtige Verantwortung der Flensburger*innen, mit den negativen Folgen dieser Ausbeutung in der Karibik respektvoll umzugehen.